Restaurant Löwenzahn

das nicht alltägliche Restaurant in Schweinfurt

97424 Schweinfurt  Gartenstadtstrasse 37

Telefon: 09721/201130   Fax: 09721/201131

 

Home

 

Das etwas andere Restaurant „Löwenzahn“ feierte in Schweinfurt Zehnjähriges

Mittlerweile gibt es bereits einen freundschaftlich verbundenen Nachahmer in Bamberg: „Kornblume“ heißt dort die Lokalität, die ein Konzept verfolgt, das in Schweinfurt auf eine jetzt zehn Jahre lange Erfolgsgeschichte zurückblickt.


Das wahrlich nicht alltägliche Restaurant „Löwenzahn“ feierte in diesen Tagen einen runden Geburtstag. Alltäglich ist es freilich schon wegen des eigens mit passendem Motiv entworfenen Keramikgeschirrs und seiner Speisekarte. Gemüse, Reis, Kartoffeln, Nudeln und Salate dominieren. Als vegetarisches Restaurant wurde es 1997 gegründet. Auf Initiative des Diakons Stefan Philipps, der sich zu genau noch daran erinnert, wie er bei der IHK damals einen ganzen Tag lang den Gastwirtsschein erwerben und dann nachweisen musste, „wie wir unsere nicht vorhandenen Fleischreste entsorgen“. Zusammen mit Pfarrer Roland Breitenbach und dem Chefarzt Dr. Christof Bretscher besuchte eine ganz besondere Troika damals die Industrie- und Handelskammer. Von „irritierten Lehrern“ berichtet Breitenbach heute noch lachend und erzählt, was er einst lernte. „Die Hackfleischverordnung sieht vor, dass man vor Mitternacht verarbeitetes Hackfleisch nach Mitternacht nicht mehr verkaufen darf, selbst wenn es nur wenige Minuten alt ist…“

Ein Pfarrer, ein Diakon und ein Arzt riefen also den „Löwenzahn“ ins Leben. Philipps lernte den damaligen Geschäftsführer Jing Hu in der Rhön kennen, half dem gelernten Computertechniker zu einer Existenz in Deutschland. Seit zehn Jahren arbeitet der Asiat nun als Geschäftsführer des Restaurants, bringt auch mal Kost seiner Heimat auf die Karte. „Aber nicht das, was man in Deutschland vom Chinesen kennt“, sagt Philipps.

Das ursprüngliche Ziel der Restaurant-Gründung? „Wir wollten Arbeitsplätze schaffen“, berichtet der Diakon. Acht Festangestellte wurden daraus. Betriebswirtschaftliches Denken brachten sich die Kirchenmänner als Verantwortliche selbst bei. „Aus einem eingesetzten Euro muss man auch wegen den Lohnnebenkosten 2,50 Euro machen“, beschreibt es Stefan Philipps anhand eines Beispiels.

Mit der Zeit änderte sich einiges. Rein vegetarische Kost mochte man nicht anbieten, „weil wir kein Dogma daraus machen wollten und in Schweinfurt in so ein Restaurant dann die Männer auch gar nicht gegangen wären“, so der Diakon. Weißes Fleisch, Hähnchen und Pute also, arbeitete man auf die Karte ein. Alkohol in Form von Bier und erlesenen Weinen gibt es auch, wobei der Gerstensaft vor rund drei Jahren dazu führte, dass die „Löwenzahn“-Leute den Standort in der Schweinfurter Innenstadt aufgeben mussten. Die Brauerei bemängelte den schleppenden Verkauf ausgerechnet in den Räumen einer einstigen Traditionsbrauerei. Nun bezieht man das Bier von einem anderen Schweinfurter Anbieter, residiert seitdem im Stadtteil Gartenstadt und genießt die Lage wegen des großen Gartens und den Parkplätzen direkt vor der Türe. In direkter Nachbarschaft der „Lebensküche“, einem weiteren Integrationsprojekt von Stefan Philipps. Die vegetarische „Lebenswurst“ als Brotaufstrich erlangte bereits überregionale Schlagzeilen.

„Kirche zum Anfassen“ sollte und soll der „Löwenzahn“ ebenfalls sein. Ein Begegnungsort für gute Gespräche. Einer, „wo Menschen auch dann willkommen sind, wenn sie mal kein Geld haben“, versichert Philipps. Innerhalb der Pfarrei werden Gutscheine an Bedürftige verteilt. Drei ältere Damen, die zu den Stammkunden zählen, dürfen sich schon mal eine der großen Portionen gemeinsam bestellen und erhalten dafür drei Teller. „Bei 2,50 Euro pro Person mit Getränken kann man sich unser Restaurant auch ohne riesige Rente leisten“, sagt der Diakon. Wirtschaftlich gearbeitet wird im „Löwenzahn“ freilich dennoch. Die Mitarbeiter werden rein aus dem Erlös bezahlt, eine finanzielle Unterstützung gibt es nicht.

„Wie könnt ihr nur aus so wenigen Zutaten so viele gute Gerichte zaubern?“ Diese Frage hörte Stefan Philipps schon mehrfach. Die kreative Küche und die Form des frischen Kochens macht es aus. „Bei uns gibt es keinen Pott mit vorgefertigter Suppe“, nennt es der Initiator, der am Abend des Zehnjährigen einen Jubiläumsstrauß mit verschiedensten Blumen zusammenband - jede einzelne stellvertretend für einen der wertvollen Menschen, die bei der Verwirklichung des Restaurants geholfen haben. „Von dem Breitenbach seinem Lokal“, wie Stefan Philipps mit Volkes Stimme spricht. Der Pfarrer von St. Michael, als Buchautor und Macher von publikumswirksamen Events wie „Ehe-TÜV“ und „Motorrad-Gottesdienst“ deutschlandweit in aller Munde, stand von Beginn an hinter dem Projekt „Löwenzahn“, das in Schweinfurt nun nicht mehr wegzudenken ist.


Mehr im Internet unter
http://www.lebenskueche.de/, http://www.bruecke-sw.de/ sowie http://www.stmichael.de/
über die vielfältigen Aktivitäten von Pfarrei, deren Mitarbeiter und der Gemeinde.

 

Über Uns

History

Restaurant

Anfahrt

Links

Galerie

Biergarten

Event

Impressum